Frauen dürfen anders Sport treiben

Vielleicht wusstest du das noch nicht über mich, aber bevor ich in die Welt der Frauengesundheit eingetaucht bin, habe ich viele Jahre im Fitnessstudio gearbeitet. Ich bin Pilates-Trainerin, habe sogar mal eine Ausbildung zur Sportkauffrau begonnen und damals schon gespürt, dass Sport für Frauen irgendwie anders funktionieren müsste als für Männer.

Und heute weiß ich: Frauen dürfen anders Sport treiben.

Trainingspläne, die jede Woche das gleiche Pensum und dieselbe Intensität vorsehen, sind für uns Frauen oft nicht optimal. Denn unser Körper reagiert viel sensibler auf Stress als der männliche und wie stark, hängt von unserer jeweiligen Zyklusphase ab.

Natürlich kann Sport langfristig helfen, Stress zu reduzieren. Doch während des Trainings löst er zunächst eine Stressreaktion aus: Adrenalin und Cortisol steigen an. Das ist völlig normal und unproblematisch, solange wir unserem Körper danach die nötige Regeneration gönnen.

In der Lutealphase (also etwa 10 Tage vor der Periode) sowie in den ersten Tagen der Menstruation reagiert der weibliche Körper besonders empfindlich auf Stress. In dieser Zeit dürfen wir den Körper stärken, aber nicht erschöpfen und vor allem auf ausreichende Regeneration achten.

Nach der Periode, also in der Follikelphase und rund um den Eisprung, dürfen wir uns dann ruhig auspowern: mehr Energie, mehr Power, mehr Lust auf Bewegung! 💥
Das ist die beste Zeit, um im Krafttraining das Gewicht zu steigern, neue Cardio-Einheiten auszuprobieren oder einfach Spaß an intensiveren Workouts zu haben.

Vorteile, wenn du deinen Sport am Zyklus ausrichtest:

  • Mehr Energie & bessere Leistung
  • Weniger Verletzungsrisiko
  • Bessere hormonelle Balance
  • Effektivere Gewichtsregulation
  • Schnellere Regeneration
  • Du trainierst für deinen Körper und nicht gegen ihn

Beispiel für zyklusbasiertes Training:

💪 Follikelphase + Ovulation (ca. Zyklustag 6–16):

  • Cardio (z. B. Laufen, Spinning, Tanzen, Wandern, Schwimmen)
  • Krafttraining – Muskeln lassen sich in dieser Zeit besonders gut aufbauen
  • High-Intensity-Training, wenn es sich gut anfühlt

🧘 Lutealphase + erste Tage der Menstruation (ab ca. Tag 17):

  • Pilates (moderate Intensität)
  • Sanftes Krafttraining
  • Regeneratives Yoga, Yoga Nidra, lange Spaziergänge
  • Mehr Schlaf & Pausen wenn du dich nach Sport fühlst

Zum Abschluss möchte ich dir noch etwas mit auf den Weg geben:

Es lag nie an dir oder deiner Disziplin, dass du deinen starren Trainingsplan nicht durchhalten konntest oder dich manchmal „schwach“ gefühlt hast.
Es lag auch nie an dir, wenn dich der Sport mehr erschöpft als erfüllt hat.

Du hast deine Energie nie verloren. Dein Körper war einfach nie dafür gemacht, jeden Tag gleich zu funktionieren.

Erst wenn du beginnst, mit deinem weiblichen Rhythmus zu fließen, erkennst du wie stark und voller Energie du eigentlich bist.

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